Brustvergrößerung? Die 8 wichtigsten Fragen & Antworten rund um das Thema Brust-OP

Liebe Patientinnen und Patienten,

in den letzten zwei Wochen hat mich eine Vielzahl an Fragen zu den von mir angebotenen Behandlungen via Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Facebook Privatnachricht erreicht. In meinem heutigen Artikel möchte ich auf Patientenfragen zu einer Operation eingehen, die in der Öffentlichkeit oftmals sehr kontrovers diskutiert wird: die Brustvergrößerung. Sicherlich, haben Sie schon eine Vielzahl von Berichten und TV Sendungen zu dieser Operation gelesen bzw gesehen. Die Brustvergrößerung ist jene Operation, welche die meisten Menschen mit der Arbeit eines plastischen Chirurgen verbinden. Im Folgenden finden Sie meine Antworten auf acht Fragen die mich in den letzten zwei Woche erreicht haben und von denen ich denke, dass viele Patientinnen welche eine solche Behandlung in Betracht ziehen, sich diese ebenfalls stellen. Neben den medizinisch-fachlichen Antworten, gehe ich vor allem in der vierten Frage (Um wie viele Körbchengrößen kann maximal vergrößert werden?) auch auf meine ethische Sicht- und Arbeitsweise als plastischer Chirurg zu diesem Thema ein. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen! 

Welche verschiedenen Arten von Brustimplantaten gibt es?
Ziel jeder Brustvergrößerung ist es, ein möglichst natürliches Ergebnis zu erreichen. Die Wahl des am besten geeigneten Implantates richtet sich nach der individuellen Brustform. Hier steht eine Fülle von Implantat-Typen mit verschiedensten Proportionen zur Verfügung. Anatomisch vorgeformte Implantate imitieren durch ihre Tropfenform die Konturen einer natürlichen Brust. Auch moderne runde Implantate mit spezieller Gelfüllung gewährleisten ein anatomisches Aussehen ohne dem, wenn auch geringem Risiko, einer Drehung, wie es bei anatomischen Implantaten vorkommen kann. Anatomische wie runde Implantate sind bei gleichen Volumina in verschiedensten Dimensionen von Basis- und Höhendurchmesser verfügbar, um Größen- und Formwünsche zu verwirklichen. Als Füllsubstanz hat sich letztlich Silikongel etabliert, welches in seiner Konsistenz einer weiblichen Brust am ähnlichsten ist und heute als vernetztes, auslaufsicheres Gel in sämtlichen modernen Implantaten Verwendung findet. Mehr noch wie beim Kauf schöner Kleidung sollte auf hochwertige und etablierte Produkte bei der Implantatwahl geachtet werden, da diese ein Teil Ihres Körpers sein werden.

Womit sind Brustimplantate gefüllt? Was passiert, wenn ein Implantat aufplatzt?
Moderne Brustimplantate sind mit vernetztem Silikon, sogenanntem Kohäsivgel, gefüllt um ein Auslaufen bei einem Einreißen der äußeren festen Silikonhülle zu verhindern. Sollte ein Implantat aufplatzen, sei es durch Unfall oder Materialermüdung, kann das Füllmaterial nicht ins Brustgewebe eindringen. Als Basisuntersuchung bei einem fraglichem Defekt von Implantaten gilt die Mammografie, die ohnehin im Rahmen der Krebsvorsorge bei jeder Frau regelmäßig durchgeführt werden sollte. Ohne Zeitdruck können geplatzte Implantate dann ausgetauscht werden.

Müssen Brustimplantate nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden?
Die durchschnittliche Lebensdauer von Brustimplantaten seit ihrer Markteinführung vor 50 Jahren wird mit 10 – 15 Jahren angegeben. Da die Reißfestigkeit der Silikonhüllen durch mehrfache Schichtung und Qualitätsverbesserungen ständig optimiert wird, ist eine viel längere Haltbarkeit bei Implantaten neuester Generation zu erwarten. Gemäß der aktuellen wissenschaftlichen Lehrmeinung können moderne Implantate mit vernetzter auslaufsicherer Silikonfüllung lebenslang im Körper belassen werden. Ein Austausch müsste nur bei einem Defekt des Implantates oder aus kosmetischen Gründen durchgeführt werden.

Um wie viele Körbchengrößen kann maximal vergrößert werden?
Die wenigsten meiner Patientinnen kommen mit überdimensionalen Größenwünschen. Im Vordergrund stehen nachvollziehbare und realistische Vorstellungen, um eine femininere und den individuellen Körperproportionen angepasste Brust zu verwirklichen. Abhängig von der anatomischen Ausgangssituation kann die Brust in einer Operationssitzung maximal um 2 Körbchengrößen verändert werden. Extremwünsche im Sinne von übergroßen, unnatürlich aussehenden Brüsten möchte ich persönlich als plastischer Chirurg nicht verwirklichen, da langzeitlich gesehen schwer zu korrigierende Formverschlechterungen aufgrund von Zug und Druck durch allzu voluminöse Implantate am Brustgewebe zu erwarten sind.

Entstehen durch Brustimplantate langfristig Dehnungsstreifen?
Nur bei der Wahl übergroßer Brustimplantate ist das Auftreten von Dehnungsstreifen möglich. Bei proportionierter Verbesserung von Volumen und Form der Brüste ist dies nicht zu erwarten.

Sind Komplikationen mit den Implantaten bei Schwangerschaften oder Stillen möglich?
Grundsätzlich bleiben sowohl Schwangerschaften als auch die Stillfähigkeit bei Implantatträgerinnen unbeeinflusst. Bei bestimmten Eingriffen am Brustgewebe zur Rekonstruktion und Straffung eventuell in Kombination mit Implantaten ist ein Verlust der Stillfähigkeit dann zu erwarten, wenn Milchgänge aus operationstechnischen Gründen durchtrennt werden müssen, was bei einer normalen ästhetischen Brustvergrößerung nicht der Fall ist. Natürlich geht jede Schwangerschaft und Stillperiode nicht spurlos am Aussehen der Brüste vorbei. Mit oder ohne Implantaten sind Formveränderungen möglich.

Welche sichtbaren Narben bleiben nach einer Brustvergrößerung?
Die operativen Zugangswege zur Einbringung von Brustimplantaten sind Achselbereich, die Unterbrustfalte oder der Rand des Warzenhofes. In jedem Falle entsteht eine in der Regel zarte Narbe. Am besten kann die Narbe in einer natürlichen Falte versteckt werden, wie dies in der Unterbrustfalte oder Achselfalte der Fall ist. Der mehr exponierte Zugang am Rand des Warzenhofes wird eher gewählt, wenn eine Korrektur der Brustwarzenhöhe oder ein zusätzlicher Straffungseffekt erzielt werden soll.

Ab wann kann ich wieder normal duschen bzw. baden nach einer Brustvergrößerung?
Für einige Tage nach der Brustvergrößerung wird ein stabilisierender Tapeverband angelegt, der nicht nass werden sollte. Danach ist Duschen wieder möglich, allerdings sollte bis zum 12. Tag nach der Operation ein Duschpflaster verwendet werden, um einer Infektion vorzubeugen. Warme Vollbäder sollten bis etwa 4 Wochen vermieden werden, da die anfängliche Schwellneigung des Brustgewebes dadurch verstärkt werden könnte.

Ich hoffe, dass ich hiermit einen Großteil der wichtigsten Fragen zum Thema Brustvergrößerung für Sie beantworten konnte. An jene Personen, deren Fragen ich hier nicht öffentlich beantwortet habe, wurde die Antwort bereits via Facebook Privatnachricht bzw E-Mail gesendet. Ich möchte mich nochmals für die vielen Einsendungen bei Ihnen bedanken!

Sie haben Fragen zu einer Operation? Schreiben Sie mir diese gerne via Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Facebook Privatnachricht. Ich werde diese in einem zukünftigen Beitrag gerne beantworten und freue mich schon auf Ihre Einsendungen.

Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Woche!

Alles Liebe,

Ihr Dr. Wolfgang Rohrbacher

Bildquelle: pixabay.com

Tags: Brustvergrösserung, Plastische Chirurgie, Brustasymmetrie, Implantate

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