Klimakterische Beschwerden und Hormontherapie

Klimakterium bezeichnet den Lebensabschnitt der sogenannten Wechseljahre, den Übergang von der reproduktiven zur postmenopausalen Phase. Die Wechseljahre sind ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau meist um das 50. Lebensjahr und sind begleitet von unterschiedlichen Symptomen:

  • Schwankungen im Menstruationszyklus
  • Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Mangelnde Belastbarkeit
  • Gelenksbeschwerden
  • Stimmungsschwankungen
  • Libidomangel
  • Trockenheit der Scheide und daher Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Trockene Haut
  • Eventuell Haarausfall

All diese Symptome sind bedingt durch den Rückgang des in den Eierstöcken produzierten Östrogens. Durch kontinuierliche Einnahme diverser pflanzlicher Präparate  wie Rotklee und Traubensilberkerze können leichte Wechselbeschwerden hintangehalten werden. Bei massiven Beschwerden biete ich in meiner Ordination die Bestimmung des Hormonstatus an, um so eine gezielte Hormonersatztherapie, falls gewünscht, einleiten zu können.
Je nach Ergebnis der Laboruntersuchung können Hormone zum Schlucken, als Creme oder als Pflaster verabreicht werden. Selbstverständlich sollte ein Vaginalultraschall zur Beurteilung der Gebärmutterschleimhaut sowie Mammografie regelmäßig durchgeführt werden. Meist dauern die Wechseljahre mit ihren unangenehmen Begleiterscheinungen zirka 3 Jahre, manchmal etwas kürzer oder auch länger. Selbstverständlich sollte eine Hormonbehandlung in den Wechseljahren nur unter Berücksichtigung sämtlicher Risikofaktoren und des individuellen Beschwerdebildes verordnet werden, aber in ausgesuchten Fällen wird das Leben damit wieder lebenswert.

Gibt es nicht-hormonelle Methoden um Wechselbeschwerden zu bekämpfen?

Grundsätzlich muss nicht jede Frau an Wechselbeschwerden leiden. Durch die Information der Medien der letzten Jahre, haben viele Frauen richtige Panik vor Hormonen. Bewegung die eine übermäßige Gewichtszunahme verhindert, ist ein wesentlicher Eckpfeiler im Kampf gegen die Beschwerden. Sämtliche homöopathischen Präparate (Mönchspfeffer, Rotklee, Isoflavone…) versuchen durch Freisetzung der weiblichen Hormone aus der Nebenniere, den Spiegel im Blut zu erhöhen und so die Beschwerden zu reduzieren

Hormoneinnahme aber wie?

Ist Ihr Problem Scheidentrockenheit oder Harnverlust, ist die einzig effektive Lösung die lokale Applikation in der Scheide. Auf diese Weise gehen nur 2% der Hormone in den gesamten Körper. Dadurch erfolgt eine punktuelle Behandlung des Problems. In der Regel sind damit keine Komplikationen zu erwarten. Bei sämtlichen übrigen Beschwerden sollte ein Hormon am besten über die Haut appliziert werden, da damit das Risiko einer Thrombose um 40% niedriger ist als bei der oralen Einnahme. Es soll auch zunächst eine Mammographie und eine Vaginalsonographie durchgeführt werden zum Ausschluss von Brust- oder Eierstockkrebs. Bei einem Großteil der Frauen reicht diese auf wenige Jahre beschränkte Therapie. Für eine unkontrollierte, lebenslange Einnahme besteht keine Indikation. Östrogen alleine darf nur verabreicht werden, wenn bereits die Gebärmutter entfernt wurde, ansonsten ist die Applikation unbedingt mit einem Gelbkörperhormon zu kombinieren

In meiner Familie leiden alle an Osteoporose (Knochenschwund) - was kann ich tun?

Regelmäßige körperliche Bewegung ist die beste Lösung zur Bekämpfung von Knochenschwund. Durch die gleichzeitige Zufuhr von Calcium (Milch, Milchprodukte, etc.) und Vitamin D (Milch, Milchprodukte, Fisch, Champions…), aber auch Sonnenbaden, kann die Knochendichte über lange Zeit konstant gehalten werden. Der ursprüngliche Hype um Medikamente welche die Knochendichte erhöhen sollten (Biphosphonate), ist nun wieder deutlich zurückgegangen. Grund dafür war die durch diese Medikamente aufgetretene Schädigung des Kieferknochens nach dem Absetzen der Therapie. Sofern alle Aspekte berücksichtigt wurden, sind diese gefürchteten Komplikationen unter Hormonersatztherapie nicht zu erwarten

Tags: Klimakterische Beschwerden, Hormontherapie

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