Impfungen

Als Fachärztin für Allgemeinmedizin und Ihre Frauenärztin ist es mir selbstverständlich möglich, Ihren Impfpass zu überprüfen und gegebenfalls die nötigen Impfungen zu komplettieren.
Speziell vor einer Schwangerschaft ist ein Schutz gegen Röteln, Varicellen (Feuchtblattern oder Windpocken) sowie Hepatitis (infektiöse Leberentzündung) wichtig. Während Röteln zu Erblindung des Ungeborenen aber auch zu  Herzfehlern führen können, verursachen Varicellen speziell, wenn sie unmittelbar vor der Geburt auftreten, eine Entzündung des Gehirns sowie schwere Lungenentzündungen mit erhöhter Sterblichkeit des Neugeborenen.
Vor beiden dieser Kinderkrankheiten, schützen bei unzureichendem Antikörperspiegel, die jeweiligen Impfungen. Allerdings muss mit einer geplanten Schwangerschaft nach einer Impfung 1 Monat zugewartet werden. Der Schutz vor Hepatitis ist vorwiegend für die Stillphase wesentlich.

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs – HPV Impfung

Durch jahrzehntelange Forschung konnte der deutsche Wissenschaftler Dr. Harald zur Hausen herausfinden, dass Gebärmutterhalskrebs eine durch Geschlechtsverkehr übertragene Infektionskrankheit ist, die durch HPV Viren – Human Papilloma Viren ausgelöst wird.

Es gibt zirka hundert verschiedene HPV Virusstämme. Die Haupterreger für Gebärmutterhalskrebs stellen die HPV Typen 16 und 18 dar, jedoch auch Type 6 und 11 sind mitbeteiligt. Insgesamt werden durch diese 4 Virusstämme 80 % der Erkrankung in Form von bösartigen Zellveränderungen im Gebärmutterhals und am Muttermund ausgelöst.

Von der Infektion bis zum auffälligen Krebsabstrich kann es je nach Stärke des Immunsystems 2 bis 6 Jahre dauern. Prinzipiell ist Muttermundkrebs in den meisten Fällen operativ komplett heilbar. Der Eingriff, medizinisch genannt Konisation oder LLETZ birgt jedoch das erhöhte Risiko einer späteren Frühgeburt, da der Gebärmutterhals (die Cervix) dabei verkürzt wird. Besonders wichtig ist daher die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs durch jährliche gynäkologische Abstriche sobald eine Frau sexuell aktiv wird.

Durch den jetzt neu zur Verfügung stehenden Neunfachimpfstoff Gardasil, kann sich jede Frau in über 90 Prozent der Fälle gegen Gebärmutterhalskrebs schützen. Die HPV Impfung wird in Abständen von 2 Monaten dreimal verabreicht, um eine gute Grundimmunisierung zu gewährleisten. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist eine Auffrischung nicht nötig.

Der Impfstoff Gardasil schützt auch in über 90 Prozent der Fälle vor den ebenfalls durch HPV Viren ausgelösten Feigwarzen (Condylome) im Genitalbereich. Diese lästigen Warzen im Intimbereich können bei schlechter Immunlage immer wieder kommen und letztendlich die Entstehung von Krebs im Bereich der Geschlechtsorgane und sogar im Enddarm auslösen. Es macht daher Sinn, auch Männer zu impfen, die ebenfalls erkranken können.

Diese Partnerbehandlung kann ich gerne in meiner Praxis als Frauenärztin und Ärztin für Allgemeinmedizin anbieten.
Die Kosten einer kompletten HPV Immunisierung mit 3 Teilimpfungen betragen €495,-

Seit Herbst 2014 werden alle Kinder (also Mädchen und Buben) im Rahmen der Schulimpfung in der vierten Klasse Volksschule kostenlos geimpft, sofern die Eltern einverstanden sind. Aufgrund der ausgezeichneten Immunantwort sind zu diesem Zeitpunkt nur zwei Impfungen nötig. Dennoch wird ein extrem hoher Impfschutz erreicht.

Wovor schützt die HPV – Impfung?

Der 9-fach Impfstoff gegen Humane Papillomaviren wirkt gegen Vorstufen verschiedener Krebsarten und Karzinome der Zervix, Vulva, Vagina, Anus sowie des Kehrkopfes und der Mandel. Gleichzeitig besteht ein Schutz gegen Feigwarzen (Condylomata acuminata)

Gegen welche Virustypen bin ich mit Gardasil 9 geschützt?

Gegen HPV 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58

Wie oft muss die Impfung verabreicht werden?

Zwischen dem 9. und vollendetem 14. Lebensjahr sind nur 2 Impfungen im Abstand von 5 bis maximal 13 Monaten. Jugendliche haben wegen des noch vorhandenen Thymusgewebes eine deutlich bessere Immunantwort, sodass sie deutlich mehr Antikörper bilden als nach dem 15. Lebensjahr. Ab dem 15. Lebensjahr sind 3 Impfdosen im Abstand von 0-2-6 Monaten zu verabreichen

Wie hoch ist der Impfschutz?

Studienergebnisse zeigen einen Impfschutz zwischen 85 – 95%

Gibt es eine Impfempfehlung in Österreich?

In Österreich gibt es ein staatliches Schulimpfprogramm gegen HPV. Alle Kinder (Mädchen und Burschen) in der 4. Schulstufe werden kostenlos geimpft. Wird die Impfung in der Schule verabsäumt, kann sie kostenlos am entsprechenden Magistratischen Bezirksamt nachgeholt werden. Zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr kann die Impfung ebenfalls beim Amtsarzt des entsprechenden Magistrates durchgeführt werden, allerdings gegen einen kleinen Unkostenbeitrag von ca. 60 Euro. Nach dem 15. Geburtstag muss der HPV – Impfstoff selbst bezahlt werden (€185,- ; Stand 15. Februar 2019). In Niederösterreich ist für junge Frauen unter 26 Jahren in den Niederösterreichischen Landesspitälern die HPV Impfung pro Impfstoff um 100 Euro erhältlich. Voraussetzung ist jedoch dass man unter 26 Jahre alt ist, weiblich und in Niederösterreich hauptgemeldet ist.

Ist die HPV-Impfung in der Schwangerschaft möglich?

Nein, es gibt keine Studien zu den Auswirkungen von HPV Impfungen während der Schwangerschaft

Ist die Impfung gegen Humane Papillomaviren in der Stillphase zugelassen?

Ja, eine Impfung gegen Humane Papillomavieren in der Stillphase ist möglich

Welche Nebenwirkungen können bei der HPV Impfung auftreten?

Migräne oder lokale Schwellungen am Arm können auftreten wenn zeitgleich eine andere Impfung verabreicht wird. Weitere Nebenwirkungen der HPV Impfung können Schwindel, Abgeschlagenheit, Übelkeit sowie Juckreiz und Blutergüsse an der Einstichstelle sein

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