Blasenschwäche

Blasenschwäche ist noch immer ein Tabuthema obwohl  jede 4. Frau in mehr oder weniger ausgeprägter Form davon betroffen ist. Bereits nach der Geburt klagen junge Mütter fallweise über Harnverlust bei körperlicher Belastung oder Husten und Nießen. Die durch den Geburtsvorgang geschwächte Beckenboden und Blasenschließmuskulatur kann in Streßsituationen versagen. Ein gezieltes Beckenbodentraining kann hier in den meisten Fällen Abhilfe schaffen.
Ab dem 65. Lebensjahr kann zusätzlich eine sogenannte Dranginkontinenz entstehen bei der ein  Harndrang nicht mehr ideal beherrscht werden kann.

Hier können verschiedene Medikamente helfen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine genaue urodynamische Untersuchung durchgeführt werden bei der die Funktion der Blasenmuskulatur und des Beckenbodens geprüft werden.
Als  neue und wenig belastende Operationstechnik  zur  Behandlung hartnäckiger Fälle von Inkontinenz führe ich  die TVT – O Methode durch, bei der über die Scheide ein Bändchen aus biologischem Material um den inneren Blasenschließmuskel gelegt wird um diesen zu stärken. Die Erfolgsquote liegt bei 80% und ist damit deutlich früheren Operationsverfahren überlegen.

Seit der Geburt meiner 3 Kinder verliere ich Harn beim Husten und Niesen. Ich bin 35 Jahre, was kann ich tun?

Nach der Geburt dauert es bei vielen Frauen bis zu einem Jahr bis sich das Problem mit der Blase wieder eingespielt hat. Es empfiehlt sich, regelmäßig Rückbildungsgymnastik oder Yoga zu praktizieren. Mit Übungen aus diesen Sportarten trainieren Sie den Beckenboden. Allerdings, dauert es mindestens 6 Wochen bei konsequentem Training bis sich ein Erfolg einstellt. Natürlich sollten Sie sich auch gynäkologisch untersuchen lassen. Sollten die bisherigen Bemühungen nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, gibt es noch die Möglichkeit mit einem speziell auf Sie abgestimmten Training (Bio-feed-back), eine Verbesserung der Situation herbeizuführen. Eine medikamentöse Therapie oder Operation sollte in so jungen Jahren die letzte Option sein

Helfen Hormone bei Harnverlust?

Östrogene bauen Bindegewebe (Kollagenfasern) auf und geben so der Scheide eine bedeutende Stütze. Allerdings nur, wenn sie lokal in die Scheide gegeben werden. Meist ist anfangs eine tägliche Verabreichung nötig, nach 2-3 Wochen kann diese jedoch auf 2x pro Woche reduziert werden

Tags: Blasenschwäche , Inkontinenz, Geburtsvorgang

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